Projektleiter: Thomas Knoke und Johannes Sauer, Technische Universität München

Wir werden Entwicklungen der Landnutzung in Bayern einerseits rückblickend und andererseits in die Zukunft schauend analysieren. Die bisherigen Veränderungen der bayerischen Landschaft werden anhand von Fernerkundungsmethoden untersucht. Aufbauend auf Prognosen des klimasensitiven Ökosystemmodells LPJ-GUESS (Teilprojekt 1) werden Entscheidungen der Land- und Forstwirte über die zukünftige Landnutzung modelliert.

Wie sehen optimale Landnutzungsstrategien für Bayern im Klimawandel aus? BLIZ erarbeitet für diese Fragen mögliche Szenarien. (Foto: Knoke/Rammig)

Uns interessiert beispielsweise, wie Land- und Forstwirte ihre Ressourcen (z.B. Landflächen) verschiedenen Nutzungsoptionen zuordnen. Zur Abschätzung der Landverteilung auf Landnutzungsoptionen kommen moderne Landnutzungsmodelle auf der Ebene repräsentativer landwirtschaftlicher Modell-Höfe bzw. für repräsentative Modell-Forstbetriebe zum Einsatz. Eingangsinformationen für diese Modelle sind beispielsweise die Produktivität und deren Schwankungen, Marktpreisentwicklungen, Ernteausfälle oder Kalamitäten im Wald. Analysen zu Zielkonflikten z.B. zwischen Produktivität und Biodiversität bzw. Multifunktionalität bilden einen inhaltlichen Schwerpunkt des Forschungsansatzes. Die schon existierenden Modellierungsansätze werden dazu zu einer Optimierung unter multiplen Zielsetzungen erweitert, um so Ökosystemleistungen bzw. Umweltprobleme (z.B. Erosion, bzw. übermäßiger Einsatz von Gülle) aktiv in den Optimierungsprozess zu integrieren. Die Ergebnisse schließen sowohl vornehmlich ökonomisch getriebene als auch multifunktionale Entwicklungen (unter Berücksichtigung von Ökosystemleistungen) der zukünftigen Landnutzung in Bayern sowie die Bewertung alternativer Landnutzungsoptionen (Agroforstwirtschaft, Energieholzplantagen) ein.